Gemeinde Bad Überkinge

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Aktuelles

Kerzenzauber, Kulinarisches & Kunst - Findet nicht statt!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
da sich in dieser Woche die Ereignisse überschlugen und die Infektionszahlen sowie die Belegung der Intensivbetten im Kreis weiter steigen, hat das Organisationsteam am 11.11.2021 entschieden, die Veranstaltung "Kerzenzauber, Kulinarisches & Kunst 2021" abzusagen.
 
Ich denke, dass auch diese Entscheidung für Diskussionen sorgen wird, denn insbesondere die Vereine hätten die Einnahmen dringend benötigt.
 
Die momentane Situation lässt uns jedoch keine andere Wahl - die Inzidenzen steigen stetig. Das Wohl aller Teilnehmenden, Gastgeber, Freiwilligen liegt uns sehr am Herzen.
 
Es tut uns in der Seele weh alle enttäuschen zu müssen, die gehofft haben endlich mal wieder ihre Werke verkaufen/präsentieren zu können. Dabei hätten viele Akteure und Künstler nach dem Jahr 2020 und den Einschränkungen die Einnahmen dringend benötigt. Auch unseren treuen Besuchern, die in jedem Jahr mit uns feiern, wollten wir in unserer Ortsmitte einen unbeschwerten Adventsabend schenken. 
 
Unser Dank gilt allen, die sich in die Vorbereitungen eingebracht haben, die gebastelt und ehrenamtliche Helfer gesucht haben, um so unsere Ortsmitte an einem Abend zu bereichern und erleuchten zu lassen und somit für wenigstens einen kleinen Funken Normalität zu sorgen.
 
Bereits in den letzten Tagen sorgte die Entscheidung unsere Veranstaltung „Kerzenzauber, Kulinarisches & Kunst“ unter den Voraussetzungen der 2G-Regelung durchzuführen  in unserer Gemeinde für Diskussionen. Ich möchte Ihnen dazu erklären, wieso es zu der Entscheidung kam: Das Land Baden-Württemberg gibt durch die Coronaverordnung die Voraussetzungen für Weihnachtsmärkte vor. Diese besagt, dass in der sogenannten Warnstufe 3G-Pflicht auf den Märkten und bei der Alarmstufe 2G-Pflicht herrscht. Die Gemeinde hat hierüber keine Entscheidungsmöglichkeit. Auch wir müssen die Coronaverordnung umsetzen, ob wir dies wollen oder nicht.
 
Vom Landesgesundheitsamt wurde mitgeteilt, dass die Belegung der Intensivbetten stark gestiegen ist. Am Dienstag, dem 09.11.2021 lag die landesweite Belegung bereits bei 356. Eine Prognose der Uniklinik Freiburg für das Landesgesundheitsamt sagt den Anstieg auf 390 bereits für Ende dieser Woche voraus, was das Eintreten der Alarmstufe bedeutet.
 
Die 2G-Regelung im Marktgelände gilt auch für die Aussteller und Gastronomen. Nach den Prognosen haben wir daher entschieden, die 2G-Regelung umzusetzen und diese frühzeitig zu kommunizieren, um so den Ausstellern Sicherheit zu geben, damit bei Absagen noch nach Ersatz gesucht werden kann. Auch den Vereinen wollten wir die Sicherheit geben, damit frühzeitig Helfer gefunden werden können, die geimpft oder genesen sind.
 
Kinder bis 17 Jahre wären auch nach dem 2G-Modell der Besuch der Veranstaltung möglich gewesen, um diesen auch das Erlebnis des Abends zu bieten. Dabei hätte bei Schülern die Vorlage des Schülerausweises oder ähnlichem genügt.
 
Da nicht die Gemeinde, sondern ein kleines Team aus vier ehrenamtlich tätigen Personen die gesamte Veranstaltung neben deren Hauptberufen organisiert, kam es nicht in Frage aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung, mit der 3G-Regelung zu planen und mit dem Eintreten der Alarmstufe ein paar Tage vor Veranstaltungsbeginn eine 2G-Regelung kurzfristig umzusetzen. Dies hätte für uns dann eine Absage der Veranstaltung bedeutet. Die Suche nach neuen Ausstellern, ehrenamtlichen Helfern und Gastronomen zuzüglich der kompletten Überarbeitung des Hygienekonzepts wäre nicht möglich gewesen.
 
Wir haben uns lange überlegt, ob wir die Veranstaltung in diesem Jahr durchführen sollen. Unser Ziel war es wirklich allen Besuchern - ob geimpft, nicht geimpft, getestet oder genes - einen schönen Abend zu gestalten. Die Entscheidung hier jemanden nicht teilhaben zu lassen fiel uns nicht leicht. Deshalb die Veranstaltung aber ausfallen zu lassen, war eigentlich keine Option.

Ich weiß, dass sich viele unserer Bürgerinnen und Bürger bewusst gegen eine Impfung entschieden haben oder sie aus anderen Gründen nicht möglich ist. Trotzdem weiß ich, dass diese Menschen sehr verantwortungsvoll mit der momentanen Situation umgehen.
 
Ich glaube, dass die Entscheidung zur Impfung jedem selbst überlassen werden sollte und respektiere diese auch. Für mich wäre eine konsequente Teststrategie für alle Bürgerinnen und Bürger auch die sinnvollere und schlüssigere Lösung, als die unterschiedlichen 2G- oder 3G-Lösungen, die eine Sicherheit suggerieren, welche es nicht gibt.  Diese Entscheidung darüber liegt allerdings beim Land und beim Bund.
 
Was ich mir wünsche ist, dass wir im Jahr 2022 wieder unbeschwert Feste miteinander feiern können, so ins Gespräch kommen und auf Eintrittskontrollen, Zäune und Impfpässe verzichten können - unabhängig vom Impfstatus, Herkunft und Alter. Jeder trägt seinen Beitrag zu unserem Gemeinleben bei. Deshalb sollten wir uns mit Toleranz und Respekt offen begegnen, auch wenn persönliche Meinungen auseinandergehen.